Sprache

Die georgische Sprache bildet zusammen mit dem praktisch nur mündlich verwendeten Swanischen, Megrelischen und Lasischen eine eigene linguistische Gruppe innerhalb der ibero-kaukasische Sprachen, die nicht zu den indoeuropäischen Sprachen zählen. 

 

Die georgische Schrift

 

Das Georgische Schrift ist genau auf Laute der georgischen Sprache zugeschnitten. Sie besteht heute aus 33 Buchstaben, von denen jeder einen der 28 Konsonanten und 5 Vokale bezeichnet. Diphtonge kennt das Georgische nicht; Laute wie deutsch „ch“, „sch“ etc. besitzen je eigene Zeichen (Kolonne 2). Wer genau hinhört wird keine Orthographie-Probleme haben. Wechselnde Gross- und Kleinschreibung besteht nicht.  

Das georgischer Alphabet kennt drei Formen: Assomtavruli oder Mrglovani (Majuskel- oder runde Schrift - Kolonne 2) begegnet vor allem in Inschriften an mittelalterlichen Kirchen, wo auch Zahlen mit Buchstaben angegeben wurden. Die Minuskelschrift Nuskhuri wurde bis 1921 in kirchlichen Belangen verwendet. Die weltliche, sog. Ritterschrift Mchedruli (Kolonne 1) ist seit dem 11. Jahrhundert (erstmals 1058 in Urkunden König Bagrat IV.) dokumentiert. Sie ist die heute gebräuchliche Form.

Die von einem [‘] gefolgten Konsonanten werden nicht aspiriert; das [gh] ist stimmhaft, [q*] ein Kehllaut, noch tiefer im Hals hervorgebracht als das Deutschschweizer [ch].

* heute nicht mehr gebräuchlich.

 

Über die Anfänge der georgischen Schrift gibt es nur wenige Zeugnisse: In Nekressi (Kacheti) wurden Fragmente von Grabsteinen aus dem 1. bis dritten Jahrhundert n. Chr. Gefunden, im Nordosten Georgiens im Dorf Dawati eine Stele, die ins Jahr 367 datiert wird; auf das Jahr 433 geht eine Inschrift in einem vom georgischen Geistlichen gegründeten Kloster bei Bethlehem in Palästina zurück; 492/3 entstand die Inschrift an der Kathedrale von Bolnissi.

Die Tatsache, dass alle diese Inschriften bereits die vollausgebildeten Formen der Majuskelschrift Assomtawruli verwenden, legt die Annahme nahe, dass in vorchristliche Zeit zurückgehende Frühformen verloren oder noch nicht ausgegraben sind. Der Chronist des 11. Jahrhunderts Leonti Mroweli bezeichnet den georgischen König Parnawas I. als Begründer der georgischen Schrift.